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Bonn,

THW testet KI-Funkgeräte mit automatischer Sprachübersetzung

  • Update vom 02.04.2025:
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  • April, April…
  • es gibt zwar eine Simultanübersetzung, aber noch nicht per Funk und somit noch nicht beim THW. Aber wer weiß was die Zukunft bringt. Wir halten Euch auf dem laufenden.
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  • 01.04.2025:
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  • Zehn Ortsverbände beteiligen sich am Pilotprojekt zur sprachübergreifenden Kommunikation im Einsatz
  • Ob bei Hochwassereinsätzen, internationalen Hilfsmaßnahmen oder großflächigen Einsatzlagen: Verständigung ist der Schlüssel für eine funktionierende Zusammenarbeit. Besonders dann, wenn Einsatzkräfte aus unterschiedlichen Regionen oder Nationen gemeinsam helfen. Um diese Herausforderung technisch zu lösen, testet das Technische Hilfswerk (THW) im Rahmen eines bundesweiten Pilotprojekts eine innovative Neuentwicklung: Funkgeräte mit integrierter KI-Sprachübersetzung.
  • Die speziell ausgerüsteten Funkgeräte erkennen die gesprochene Sprache automatisch, analysieren den Inhalt und geben ihn in der gewünschten Zielsprache wieder – direkt über das Gerät, in Echtzeit und ohne Internetverbindung. Damit wird eine barrierefreie Kommunikation ermöglicht, selbst unter schwierigen akustischen Bedingungen.
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  • Ein Projekt – zehn Ortsverbände, viele Erfahrungen
  • Am Testbetrieb beteiligen sich aktuell zehn THW-Ortsverbände aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands:
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  • • Weinsberg (Baden-Württemberg)
  • • Wanne-Eickel, Waltrop und Haltern am See (Nordrhein-Westfalen)
  • • Dessau (Sachsen-Anhalt)
  • • Naila und Donauwörth (Bayern)
  • • Ronnenberg und Schöningen (Niedersachsen)
  • • Rudolstadt/Saalfeld (Thüringen)
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  • Alle bringen vielfältige Erfahrungen mit – von internationalen Übungen über Auslandseinsätze bis zur Zusammenarbeit mit Organisationen aus dem europäischen Raum.
  • Der Fokus liegt in dieser ersten Projektphase auf Sprachen, die bei grenzüberschreitenden Einsätzen besonders relevant sind. Aktuell beherrscht das System sieben Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Spanisch, Tschechisch und Italienisch.
  • Gleichzeitig wurde die KI so trainiert, dass sie auch innerhalb Deutschlands regionale Sprachfärbungen und Dialekte erkennt und automatisch in Hochdeutsch überträgt. Ob Schwäbisch, Sächsisch oder Plattdeutsch – das System gleicht regionale Besonderheiten mit einem Sprachmodell ab, um selbst im rein nationalen Einsatz für klare Verständigung zu sorgen.
  • In gemeinsamen Ausbildungsmodulen der beteiligten Ortsverbände wurden bereits erste Funkszenarien simuliert – darunter Funkgespräche zwischen deutsch- und französischsprachigen Helfern sowie Sprechproben mit regionalen Dialekten. Die KI konnte dabei selbst komplexe Begriffe wie „Sandsacklogistik“, „Einsatznachbesprechung“ oder „Stromerzeugeraggregat“ zuverlässig erkennen und übertragen.
  • Ein Mitglied der Projektgruppe erklärt: „Unser Ziel ist es nicht, menschliche Kommunikation zu ersetzen – sondern dort zu unterstützen, wo Sprache zur Barriere wird. Ob im Inland oder im internationalen Einsatz: "Eine zuverlässige Kommunikation rettet Zeit – und im Zweifel auch Leben.“
  • Die aktuelle Projektphase läuft noch bis Ende 2025. In der nächsten Ausbaustufe ist die Integration weiterer Sprachen geplant – darunter Ukrainisch, Arabisch, Rumänisch und Niederländisch. Langfristig wird auch an Spezialmodulen für außereuropäische Einsätze gearbeitet, etwa für Japanisch, Paschtu oder Swahili.
  • Das System könnte zukünftig auch im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus, bei internationalen Übungen oder gemeinsamen Einsätzen mit Partnerorganisationen weltweit eingesetzt werden.
  • Da es sich um ein sprachverarbeitendes System handelt, wurde dem Thema Datenschutz besondere Bedeutung beigemessen. Die KI arbeitet vollständig lokal auf dem Gerät, es findet keine Übertragung oder Speicherung personenbezogener Daten statt. Alle Sprachinformationen werden ausschließlich für die Dauer der Übersetzung verarbeitet und danach gelöscht.
  • Die Lösung erfüllt die aktuellen Anforderungen der DSGVO und wurde in enger Abstimmung mit den Datenschutzbeauftragten des THW sowie einem externen Prüflabor entwickelt.
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  • Text: F. Bittner / Pascal Schukraft
  • Bild: THW

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